Segelflugzeuge sind voll steuerbar. Es
werden Geschwindigkeiten zwischen 75 und 275 km/h geflogen, dabei
werden Höhen von 2000 m über Grund und mehr erreicht. Überlandflüge
finden zu 90 % in Höhen über 800 m statt.
Während
des Fluges gilt es, Aufwinde zu finden und diese für ein schnelles
Steigen zu nutzen. Bussarden gleich (und häufig auch in enger
Nachbarschaft zu diesen und anderen Vögeln) schraubt sich das Flugzeug
in der aufsteigenden Warmluft nach oben. Mit der gewonnenen Höhe wird
anschließend in einem mehr oder weniger schnellen Gleitflug der nächste
Aufwind angeflogen. Im Flachland können lediglich thermische Aufwinde,
die durch die Sonneneinstrahlung entstehen, genutzt werden. Bei
günstiger Wetterlage kann hier ein Segelflugzeug mehr als zehn Stunden
in der Luft bleiben und dabei mehrere hundert Kilometer zurücklegen. Im
Gebirge, wo Hangwinde und Wellenaufwinde hinzukommen, liegt der
Streckenrekord bei 3000 km.
Aufgrund
der Abhängigkeit von der Sonnenintensität ist die Ausübung des Sports,
in der Ebene, auf Tage mit sonnigem Wetter beschränkt. Die Saison für
Überlandflüge dauert i.d.R. von März bis September.
Der
Start von Segelflugzeugen erfolgt an Winden oder per Flugzeugschlepp.
Bei uns wird ausschließlich an der Winde gestartet. Winden sind im
Prinzip Lastkraftwagen mit auf der Ladefläche montierten kräftigen
Diesel- oder Benzinmotoren, die große Seiltrommeln antreiben. Unsere
Winde ist auf einem alten Hanomag-Fahrgestell montiert und verfügt über
einen 260 PS starken Chevrolet Benzinmotor mit 5,7 Liter Hubraum. Es
wird immer gegen den Wind gestartet. Dabei wird ein ausgelegtes 4,7 mm
starkes Stahlseil eingezogen, an dessen Ende das Segelflugzeug
eingeklinkt ist. Bei 1200 m Seillänge gelangt das Segelflugzeug,
abhängig von der Stärke des Gegenwindes, auf etwa 300 bis 500 m über
Grund. Je höher die Ausklinkhöhe, desto größer ist die Chance Anschluss
an die Thermik zu finden. Ohne Thermik muss der Pilot nach einer
Platzrunde direkt wieder landen. Diese dauert dann ca. 5 Minuten. Der
Windenstart ist sehr bewährt, sicher, günstig und umweltfreundlich (
ca. 1,5 Liter Benzin pro Start inklusive Ausziehen des Startseils).
Besonders
im Ausland, aber auch auf einigen Plätzen in Deutschland wird der
Flugzeugschlepp bevorzugt: Hierbei wird das Segelflugzeug an einem 40
bis 60 m langen Seil von einem Motorflugzeug in die Höhe gezogen.
Dieser F-Schlepp ist nicht sicherer, aber teurer und meist weniger
umweltfreundlich. Er hat jedoch den großen Vorteil, dass das
Segelflugzeug an einem gewünschten Ausklinkort in die gewünschte Höhe
z.B. in die Thermik, gezogen werden kann.
Die
Landung erfolgt im Normalfall auf dem Flugplatz, dabei sind vorgegebene
Platzrunden einzuhalten. Außenlandungen können sowohl auf fremden
Flugplätzen, als auch auf landwirtschaftlichen Flächen vorkommen. In
diesem Fall fährt ein Team mit einem Flugzeughänger zum Außenlandeort
um das Flugzeug in ca. 10 min abzurüsten und zum Heimatflugplatz zurück
zu transportieren. Eventuell entstandene Schäden an
landwirtschaftlichen Flächen sind von der Haftpflichtversicherung des
Piloten abgedeckt.
Die
eigentlichen, intensiv genutzten Start- und Landeflächen für
Segelflugzeuge sind kurz gehaltene Grünflächen von ca. 300 m Länge und
100 m Breite. Um verschiedene Windrichtungen nutzen zu könne liegen
diese Landegassen an der Ost- und Westseite (Richtung A45 / Richtung
Wetzlar) unseres Platzes. Durch den Schleppweg, auf dem die Seile
ausgezogen werden sind sie miteinander verbunden.
Kann man auch mitfliegen?
Wir
bieten im VfL Wetzlar die Möglichkeit mit einem erfahrenen Piloten
mitzufliegen. Sie können sich in einem unserer Doppelsitzer die Gegend
von oben ansehen. Ein Gastflug von 15 min kostet 10 €, jede weitere min
0,5 €. Wir können natürlich nicht immer garantieren, dass der Flug
mindestens 15 min dauert, wie gesagt ist dies vom Wetter abhängig. Bei
kürzeren Flügen bekommen Sie die restliche Zeit aber auf jeden Fall gut
geschrieben. Am besten Sie besuchen uns in den Sommermonaten bei gutem
Wetter an Wochenenden oder Feiertagen.
Übrigens, Fluggutscheine, z.B. zum Verschenken an Geburtstagen, etc gibt es bei uns natürlich auch.
Till Michalek
Quellen
+ Zitate aus: Luftsport und Naturschutz- Gemeinsam abheben,
Braunschweig 2003, vom Deutschen Aero Club, sowie Bundesamt für
Naturschutz.